DORF-CHRONIK

Bis in die späten 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts floss dort, wo heute das Gallier-Dorf steht, die Dhünn in zahllosen Schleifen bis zur damaligen Mündung in den Rhein. Ein großer Teil der Wiesen und Äcker beidseits der Dhünn gehörte zum damaligen Gut Neuenhof.

Im Jahre 1889 hatten sich die Dörfer Bürrig und Wiesdorf zusammengeschlossen. Da Bürrig bereits über eine Bahnstation und ein Postamt verfügte, wurde auf Bürriger Gebiet auch das gemeinsame Bürgermeisteramt eingerichtet. Zunächst reichten einige Räume in der Gastwirtschaft Hoffmann an der Bahnstation Küppersteg für die Amtsgeschäfte, später wurde ein Bürgermeisteramt ( heute Postamt) in Küppersteg gebaut.

Das alte Bürgermeisteramt wurde bald zu klein und so wurde im Jahre 1908 ein neues Rathaus in Wiesdorf gebaut. Im Jahre 1921 erhielt die Gemeinde Wiesdorf das Stadtrecht.

Im Jahre 1927 kaufte die Gemeinde Wiesdorf die gesamten Ländereien des Gutes Neuenhof. Insgesamt 140 ha für einen Preis von weniger als 1 Reichsmark pro Quadratmeter.

Gleichzeitig begann im Rahmen der Arbeitslosenfürsorge die Dhünnregulierung. In den Jahren von 1927 bis 1929 wurde das Flussbett der Dhünn begradigt und eingedämmt. Der Lauf der Dhünn wurde verändert und die Mündung in die Wupper verlegt.

Die Begradigung der Dhünn schaffte Platz für den Wohnungsbau. In den folgenden Jahren entstanden in Küppersteg der östliche Teil der Neuenhof-Siedlung und die Eisholz-Siedlung.

In Manfort entstand der Stadtpark . Neben der bereits 1921 errichteten Mittelschule an der Rathenaustr. wurde 1927/28 das Realgymnasium errichtet (heute vereint zur Realschule am Stadtpark).  Auf dem Gelände einer alten Kiergrube entstand nebem dem Stadtpark das Manforter Stadion (heute steht an dieser Stelle das Lise-Meitner-Gymnasium). Im Jahre 1936/37 wurde das Freibad an der Bismarckstrasse errichtet.

 

Im Vordergrund dieses Luftbildes aus der Mitte der 60er Jahre sind die Dächer der heutigen Realschule am Stadtpark sichtbar. Wie ein Kanal verläuft die begradigte Dhünn zwischen dem Stadtpark rechts und den Sportanlagen vom Bayer04 links.

Dort wo heute das Lise Meitner Gymnasium steht, wird zu dieser Zeit im Manforter Stadion noch Fussball gespielt.

Das neue Ulrich-Haberland-Stadion an der Bismarckstrasse  ist  fertig gstellt. Auf der anderen Straßenseite noch völlig "unverbaut" liegt das Gallier-Dorf auf der grünen Wiese.

Auch dieses Luftbild entstand in der Mitte der 60er Jahre. Im Vordergrund das alte Manforter Stadion, dahinter der Stadtpark mit dem 1936/37 erbauten Freibad und dem 1961 fertig gestellten Hallenbad.

Am anderen Ufer der Dhünn liegen die Sportanlagen  des TSV Bayer04 Leverkusen. In der Bildmitte das Ulrich-Haberland-Stadion, demgegenüber auf der anderen Seite der Bismarckstr. liegt unverbaut das "Gallier-Dorf".

Dahinter das umgebaute Autobahnkreuz und die neu gebaute Stelzenautobahn. Im Hintergrund der Ortteil Küppersteg und das damals noch eigenständige Opladen.

Rund um den Stadtpark und entlang der Bismarckstr. entstanden Genossenschaftssiedlungen, sowie Einfamilienhäuser. Zwischen Eisenbahn und Autobahn  entstand die Kinderreichen-Siedlung  des BdK (Bund der Kinderreichen)

Anfang der 30er Jahre sollte dann auch die Lücke zwischen Manfort und Küppersteg geschlossen werden.  Auf einer Freifläche von rund 75.000qm, die im Westen an die Bismarckstr angrenzte, im Süden von der Dhünn, im Norden und Osten an die Reichsautobahn mit dem Verteilerkreis und der Ausfahrt auf die Bismarckstr begrenzt wurde, sollte eine neue Siedlung entstehen.

Der ursprüngliche Bebauungsplan für unsere Siedlung ist leider in den Archiven der Stadt nicht mehr auffindbar. Dafür fand sich in den Unterlagen unserer "Dorfältesten", ein aufschlußreicher Zeitungsartikel aus dem Jahre 1937.

Die Siedlung erhielt von den Planern die Bezeichnung "Dornenkamp" . Da die Grundstücke vorzugsweise an verdiente Soldaten des ersten Weltkriegs verkauft wurden, erhielt die Siedlung im Volksmund schon bald den Namen "Frontkämpfer-Siedlung" Die ersten Häuser in unserem Dorf entstanden 1933/34 .

Im Jahre 1937 erhielten die drei Straßen unserer Siedlung offiziell die Namen :

Elsa-Brändström-Strasse            Fridtjof-Nansen-Strasse          Sven-Hedin-Strasse

Aufgrund der ursprünglichen Parzellierung ist anzunehmen, dass die geplante Siedlung vom  Grundkonzept her  ähnlich geplant war wie die Siedlung am gegenüberliegenden Dhünn-Ufer. Entlang der Straßenfront Bismarckstrasse blieb Platz für eine Bebauung mit zweigeschossige Genossenschaftshäusern  (heute ist hier der Parkplatz auf dem das Levita gebaut werden sollte. Dahinter wurde das Gelände in jeweils 15m breite Parzellen für den Bau von Siedlungshäusern mit großem Gärten (damals zum Anbau von Kartoffeln, Obst und Gemüse gedacht)  aufgeteilt.

 

Mit dem Beginn der Arbeiten am Westwall im Jahre 1938 und dem Bau von Bunkern und Luftschutzkellern als Kriegsvorbereitung wurde es immer schwieriger Baumaterial für private Bauvorhaben zu erhalten. Daher fanden sich keine Käufer mehr für die Grundstücke Die Siedlung blieb unvollendet.

Im 2.Weltkrieg erhielt die Siedlung einen schweren Bombentreffer, insgesamt .. Anwohner wurden dabei getötet. Über die Hälfte der Häuser in der Siedlung war zerstört oder schwer beschädigt.

Nach dem Krieg wurden die Häuser in der Siedlung ganz oder teilweise wieder aufgebaut. Dabei wurden 2 Häuser durch die ersten "Fertighäuser" des Versandhauses Quelle ersetzt.

 

Blick von der Bismarckstrasse auf die Siedlung kurz nach Fertigstellung der Siedlung "Dornenkamp" . Im Vordergrund von rechts nach links die Rückfronten der Häuser Fridtjof-Nansen-Str.1 ( im Krieg zerstört) , die Doppelhaushälften 3/5, sowie Haus Nr. 7 (im Krieg zerstört). Im Hintergrund die Straßenfronten der Doppelhäuser 2/4 ( im Krieg zerstört), 4/6, sowie ganz links Haus Nr.10

Luftaufnahme Autobahnkreuz Leverkusen ca. 1961, im Vordergrund die Siedlung Eisholz,  links die Kleingartenanlage Bernshecke, rechts die neu errichteten Wohnhäuser am Zündhütchenweg und am oberen Bildrand (roter Pfeil) ist das Ende der Fridtjof-Nansen-Strasse und die Gärten der Häuser Nr. 8 und 10 zu erkennen.

Rundherum  noch nicht mal ein Bolzplatz - nur freies Feld.

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